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Ossum-Bösinghoven

Der Weilerhof an der K 6 zwischen Strümp und Krefeld-Fischeln fällt schon von weitem auf durch seine geschwungene Fassade. Die schon früher günstige Verkehrslage erklärt, dass es hier ehemals eine Fuhrmannskneipe mit einer Durchreiche zur Straße gab.
Der Weilerhof wird bereits 943 erwähnt. Im frühen Mittelalter gehörte er offenbar zu einer umfangreichen 'Villikation' (Hofverband). Ab 1421 ist er Lehen des Grafen von Moers.
Bei dem heutigen Gebäudekomplex handelt es sich um eine offene 4-flügelige Backsteinhofanlage von 1776. Das Wohnhaus ist backsteingeschlemmt. Die Giebelseiten zieren Schweifgiebel und Ankersplinten.
Der Hof im Stil eines landwirtschaftlichen Wohnhauses dokumentiert.

In einer Niederung in der Nähe der Einmündung des Boltbaches in den Bursbach wurde vermutlich zwischen 1000 und 1200 der Weiler Ossum gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung Ossums enthält eine Urkunde aus dem Jahr 1186.

Mit der Kapelle St. Pankratius an der von-Arenberg-Straße in Ossum ist das einzige noch originale romanische Kirchenschiff auf Meerbuscher Boden erhalten. Verschiedene Hinweise lassen die Vermutung zu, dass diese Kapelle zum Teil aus römischem Material errichtet wurde.

Mit Haus Gripswald und Schloß Pesch sind in Ossum gleich zwei bedeutende Adelssitze erhalten. 1422 wurde das Haus Gripswald zum Lehnsgut erhoben und blieb bis zur Säkularisation kurfürstlicher Besitz. Das Anwesen wurde 1311 als Peschhof erstmals erwähnt. In unmittelbarer Nähe gibt es jedoch Spuren für eine Besiedelung bereits zu römischer Zeit.

Die alte Burg Pesch wurde 1583 während des Truchsessischen Krieges geplündert und niedergebrannt. Die Ruinen blieben im Park des heutigen Schlosses erhalten. Das Herrenhaus wurde weiter westlich wieder aufgebaut. 1595 erbte Emmerich Hurth von Schoeneck das Haus zusammen mit Gütern in Ossum und Ilverich.

Im Jahr 1689 wurde Schloss Pesch zu einem Schauplatz des Pfälzischen Erbfolgekriegs: Unmittelbar um das Anwesen herum kommt es zu einem Gefecht zwischen preußischen und französischen Truppen, die zu jener Zeit die linke Rheinseite besetzt haben. Auf preußischer Seite ist das Erste Bataillon Dönhoff des königl.-preuss. Ersten Infanterie-Regiments unter Feldmarschall-Leutnant Hans Adam von Schöning beteiligt. Das Regiment besteht aus 26.036 Mann und führt 79 Geschütze mit sich. Die französischen Truppen befehligt General Sourdy. Am 13. März werden zuerst Bösinghoven und Ossum, dann Strümp und später Büderich zum Schauplatz der Kämpfe. Um Ossum wird besonders erbittert gekämpft, 300 französische Grenadiere fallen alleine dort. Nachdem das Korps des General-Leutnant Hans Albrecht von Barfus Ossum eingenommen hat, werden die Franzosen über Strümp und Büderich bis in das besetzte Neuss zurückgedrängt. Sie verlieren rund 1.000 Mann. Ihre Stellung in Linn müssen sie aufgeben. Im späteren Verlauf der Kämpfe wird durch die Preußen auch das von den Franzosen besetzte Kaiserswerth belagert und muss am 27. Juni 1689 kapitulieren.

Im Jahre 1758 lagerten etwas nordwestlich von Schloss Pesch 47.000 französische Soldaten im und um den Ort Fischeln. Diese sind am 23. Juni 1758 an der berühmten Schlacht bei Krefeld im Rahmen des Siebenjährigen Kriegs beteiligt. Am Abend nach der Schlacht ziehen sich die Franzosen nach Osterath zurück, ebenfalls ein Ort in der Nachbarschaft des Anwesens und heute gemeinsam mit Schloss Pesch Meerbuscher Stadtgebiet.

Im Herbst 1789 bereisten der damals 20-jährige Alexander von Humboldt und der niederländische Arzt und Botaniker Steven Jan van Geuns (1767-1795) gemeinsam den Niederrhein. Bei Düsseldorf trennen sich beide kurz und van Geuns wandert über Schloss Pesch nach Krefeld. Auf der gemeinsamen Reise entstehen zwei Werke: van Geuns' "Tagebuch" im Stile der zeitüblichen Reiseliteratur und Humboldts erste größere naturwissenschaftliche Publikation: „Mineralogische Beobachtungen über einige Basalte am Rhein"

Durch die Ehe (vor 1792) des Heinrich Theodors von Hallberg (†1792) mit Henriette Helene von Hoesch (†1807/1808), Tochter des Matthias Gerhard von Hoesch (1698–1784) kam Schloss Pesch aus dem Besitz der Hoesch an die Familie Hallberg.

1794 wurde das Anwesen erneut geplündert und 1795 niedergebrannt, dieses Mal von Soldaten der Französischen Revolutionstruppen während des Ersten Koalitionskrieges. Um diese Zeit gehörte Schloss Pesch den Grafen von Hallbergund war der Stammsitz der Linie Hallberg-Pesch

1828 hat Schloss Pesch laut zeitgenössischer amtlicher Statistik 20 feste Bewohner. (Das benachbarte Dorf Ossum hat damals 89 Einwohner, die umliegenden Landgüter Haus Hamm 12 und Haus Gripswald 10. Das Dorf und die drei Landgüter gehören zur Bürgermeisterei Strümp, die insgesamt 831 katholische Einwohner zählt (1816: 716 Einwohner).) Bemerkenswert ist, dass das Anwesen in der Statistik als Landgut und nicht als Schloss geführt wird. Zu jener Zeit erstreckt sich noch zwischen Strümp, Ossum, Linn, Bockum, Oppum und Krefeld ein ausgedehntes Waldgebiet. Erst im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts werden weite Flächen gerodet und als Ackerland urbar gemacht. Von Bösinghoven bis Fischeln, Willich, Anrath und Neersen dehnt sich zudem eine weite Heidefläche. Im Osten befindet sich ein alter Rheinarm, bei Hochwasser kommt der Rhein damals noch bis nahe an den Herrenbusch zwischen Strümp und Latum heran.

Laut Duncker baute eine Henrietta Freiin von Hoesch, Frau des Grafen von Hallberg, das Haus ab 1840 schlossartig mit einer großzügigen Gartenanlage wieder auf. (Wahrscheinlich ist hier von 1804 gemeint, denn Henrietta/e verstarb 1808.)

1848 erlosch mit Mathias Anselm die Familie Hallberg im Mannesstamm. Haus Pesch wurde Matthea Agnes Lucia Henriette Maria Hubertina Walburgis Reichsfreiin Geyr von Schweppenburg und Lathum (*1830) vermacht, die das Haus 1849 in ihre Ehe mit Felix Edmundt Carl Ghislain Freiherr von T'Serclaes (*1818, ab 1851 Graf T'Serclaes-Hallberg) einbrachte.

Auch 1850 wird das Anwesen noch als „Landgut Haus Pesch“ bezeichnet. Es gehört zur Gemeinde Ossum, derzeit Bürgermeisterei Lank im Kreis Krefeld (Friedensgerichtsbezirk Uerdingen, Hypothekenamt Krefeld).

1885 kam das Schloss in den Besitz der Herzöge von Arenberg. Zwischen 1906 und 1912 ließ Johann von Arenberg das Schloss in der heutigen Gestalt vom Architekten Fritz August Breuhaus de Groot als Jagdschloss erweitern und umbauen. Dieser Umbau gilt als Teil des Hauptwerks von Breuhaus. Bejagt wurde der an das Schloss im Nordosten angrenzende Wald Herrenbusch.

1863 wurden zwischen dem benachbarten Haus Gripswald und Schloss Pesch die „Gripswalder Matronen- und Mercuriussteine“, sechs Votivsteine zu Ehren der „segensreichen Matronen“ und des Mercurius Arvernus gefunden. Ältere Quellen vermuten dort auch die Reste einer römischen Feldkapelle. Die Militärstraße, welche die römischen Städte bzw. Legionslager Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln), Novaesium (Neuss), Gellep-Stratum (Gelduba) und Colonia Ulpia Traiana (Xanten) miteinander verband, verlief nicht weit östlich des Anwesens. Reste der Trassierung waren noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts zu sehen.

1912 bis 1914 wurde es von Prinz und Herzog Johann von Arenberg zu seiner jetzigen Größe ausgebaut, aber nicht fertiggestellt.

1922 wurde Rose-Sophie Prinzessin von Arenberg, die Großmutter des deutschen Bundeswirtschaftsministers Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg auf Schloss Pesch geboren. Sie heiratete 1943 den späteren Bundestagsabgeordneten Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, nach dem der Enkel benannt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von 1946 bis 1953 im angrenzenden Wirtschaftshof des Schlosses durch die Kongregation der Schwestern von der hl. Elisabeth ein Altersheim betrieben.

Seit 1970 ist die Anlage im Besitz verschiedener Eigentümer. Das Parterre wurde zeitweilig als Konzertsaal genutzt. Wanderwege im umliegenden Herrenbusch laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Anfang der 1980er Jahre wurde das unter Denkmalschutz stehende Anwesen saniert und in Luxus-Eigentumswohnungen umgewandelt. Erst im Jahr 2000 wurde das letzte Gebäude des Ensembles vor dem Verfall gerettet: die ehemalige Schlosskapelle wurde ebenfalls zu Wohnzwecken umgewidmet.

Der westlich von Ossum gelegene Stadtteil Bösinghoven wurde vermutlich zwischen 1000 und 1200 in einer Niederung am Bursbach angelegt. Der heutige Weilerhof (Am Weilerhof) ist als einzige Hofanlage erhalten.

Heute ist Ossum-Bösinghoven reines Wohngebiet.

Im Sommer ist Bösinghoven Anziehungspunkt für viele Fahrradausflügler, die den gemütlichen Biergarten anfahren, in dem es übrigens auch einen großen Spielplatz für die Kinder und einen ausgiebigen Sonntagsbrunch gibt.

Für Taucher aus der ganzen Region, ist der bis zu elf Metern Tiefe "Bö-See" ein beliebter Treffpunkt.

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11.05.2014 13:19