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Nierst

Nierst ist der nördlichste Ortsteil der drei Rheingemeinden von den acht Stadtteilen.

Die Gegend um Nierst war schon in frühen Zeiten immer wieder hart umkämpft. Am so genannten "Kruseboom" einer an der Kreisstraße zwischen Nierst und Lank Latum stehenden Linde verlief im Mittelalter eine wichtige Wegverbindung . Dort sollen Grenzstreitigkeiten zwischen dem Kloster Meer und der Burg Linn ausgetragen worden sein.

Im Jahre 1166 wurde Niedersijst erstmals urkundlich erwähnt. Seist war in fränkischer Zeit ein Begriff für größere Flussinseln. In dieser Urkunde bestätigte Hildegundis von Meer dem Seisthof (heute: Siegershof, Am oberen Feld 115) seine Abgabenfreiheit und Gerichtsbarkeit.

Der Seisthof  unterstand damals dem Kloster Meer. Dieser war vermutlich ursprünglich abhängig von Kaiserswerth und gelangte 1166 zusammen mit dem Meerhof in Strümp und dem Wanheimer Hof in Büderich endgültig zum Besitz des Klosters Meer.

Im Jahre 1185 wurde in einer weiteren Urkunde der Werthof genannt. Nierst wurde als freie Herrlichkeit bezeichnet; dieser Status hatte u. a. zur Konsequenz, dass gesuchte Personen sich drei Tage in Nierst aufhalten konnten, ohne festgenommen zu werden

Die freie Herrlichkeit Nierst bildete im 12. Jahrhundert als einzige Exklave einen unabhängigen Gerichtsbezirk.

Der Begriff stammt aus dem damaligen Gebietsrecht und bezeichnete ein selbständiges Gebiet mit eigener Rechtsprechung. Der örtliche (Landes)herr besaß das Recht, Körperstrafen zu verhängen und im Rahmen der Hohen Gerichtsbarkeit Täter zum Tode zu verurteilen.

1660 wurde ein Galgen errichtet.

Der Seisthof befindet sich an jener Stelle, die als Standort der längst untergegangenen Burg "Seist" angenommen wird. Einige Indizien deuten darauf hin, dass es sich hierbei um einen Adelssitz handelte, der deutlich älter war als die um 1000 nachweisbare Burg Meer. Umgeben war der Burgplatz bis in di 1970er Jahre von einem Ulmenring (Elmenpeesch), der die Anlage vor Treibeis schützen sollte.

Das heutige Anwesen des Werthhofes (Werthallee 51) stammt mit seinen ältesten Bauabschnitten aus dem 18. Jh. In welchem Umfang bei den zahlreichen Umbauten ältere Substanz des ebenfalls bereits im 12. Jh. erwähnten Hofes erhalten blieb, ist ungewiss.

Die alten Höfe Seisthof und Werthof werden vermutlich Kapellen besessen haben. Genaue Daten eines Kirchenbaus sind unbekannt. Die Wahl des Schutzheiligen – St. Cyriakus – spricht für eine Gründung der Kirchengemeinde vor dem 9. Jahrhundert. Um 1460 wurde das Langhaus der damals existierenden Kapelle durch einen gotischen Neubau ersetzt. Die gesamte Kapelle – mit einem noch romanischen Turm – wurde im Jahre 1896 abgerissen.

Die heutige Kirche St. Cyriakus wurde 1895 eingeweiht.

1937 10 02 marschieren Nierster Schüler nach Düsseldorf, zur Ausstellung „Schaffendes Volk“ Dort konnten sie den Führer aus nächster Nähe sehen.

Umgeben von Altrheinarmen liegt die Gemeinde Nierst auf einer inselähnlichen, weitgehend hochwasserfreien Anhöhe. Knapp 1400 Einwohner wohnen in dem immer noch sehr dörflichen Stadtteil, der auch heute noch außer einer Kneipe und einem Kiosk nur Wohngebäude und Höfe zur Natur zu bieten hat.

Nierst ist ein beschaulicher Ort. Seine direkte Lage am Rhein ermöglicht herrliche Spaziergänge. In den letzten Jahren sind viele Neubaugebiete erschlossen worden, in denen auch junge Familien mit Kindern wohnen. Immerhin hat Nierst sogar einen eigenen Kindergarten.

Einmal im Jahr erwacht der sonst so verschlafene Ort: zu Nierster Karneval. Aus allen Ecken und auch von weit her kommen die Narren, um im Nierster Festzelt ausgiebig zu feiern. Nirgendwo ist die Stimmung so ausgelassen. Und am Rosenmontag leisten sich die Nierster sogar einen Rosenmontagszug der den GANZEN TAG durch den Ort zieht, von Hof zu Hof und Bratwürste einsammelt, die abends gemeinsam verspeist werden.

2014 06 11 Nierst belegt den ersten Platz im Dorfwettbewerb RP

Ulrich Fink (hinten), Brigitte Ohlings und Hans Wilhelm Webers vom Bürgerverein Nierst sind stolz auf ihren großen Gemeinschaftssinn im Ort. Die Tafel mit den Vereinsemblemen ist nur ein Beispiel dafür. FOTO: Ulli Dackweiler

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28.06.2014 16:40